Stadtbibliothek braucht sichere Zukunft!

Zur Stadtratssitzung am 24.09.2014 stimmte der Rat über die Petition zu Erhalt der Stadtbibliothek ab. Über 14.000 BürgerInnen zeichneten die Petition. Unsere Fraktion unterstützt seit Jahren das Bemühen der Stadtbibliothek um stabile Rahmenbedingungen. Allerdings scheiterten noch bei der HH-Debatte für das Jahr 2014 unsere Anträge zur besseren Finanzausstattung der Stadtbibliothek am Widerstand von CDU und SPD. Nachfolgend die Rede von Meike Roden, für die GRÜNEN Mitglied im Petitionsausschuss und im Schulausschuss:

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte, sehr geehrte Gäste,
ich heiße Meike Roden, bin neu gewählte Stadträtin für Bündnis 90 / die GRÜNEN und Mitglied im Petitionsausschuss. Ich habe mich bei der Entscheidung, die Petition abzulehnen oder bei späterer Beschlussfassung zu berücksichtigen enthalten, weil wir hinter der Petition stehen. Ich möchte kurz darauf eingehen, warum wir insbesondere den Punkten 1-3 der Petition zustimmen.

Ich selbst bin Studentin an der technischen Universität und weiß um die Bedeutung einer gut ausgestatteten Bibliothek, wenn ich einen Vortrag vorbereite oder für Klausuren lerne. Die sinkenden Besucherzahlen der Stadtbibliotheken damit zu begründen, dass das Interesse an Literatur abnimmt, ist falsch. Besucherzahlen sinken, wenn die Bestände veraltet und die Öffnungszeiten verkürzt sind und sich somit ein häufiger Besuch nicht mehr lohnt.

Wir reden in Chemnitz gerne über den demographischen Wandel: dass wir Orte der Begegnung schaffen wollen, dass ein generationenübergreifende Dialog stattfinden soll.

Warum sparen wir an einem der wenigen Orte, in denen Kinder und Jugendliche kommen, um Zeit zu verbringen und Hausaufgaben zu machen und Senioren, um sich zu treffen um einen Blick in die Zeitung zu werfen? Sollten wir als Stadtrat nicht ein gemeinsames Interesse haben, so einen Ort nicht nur zu erhalten sondern auch langfristig zu fördern?

Eine Forderung der Petition ist ein gesicherter Medienetat. Eine Bibliothek muss ihren Bestand immer wieder aktualisieren können, denn gerade begeisterte Leserinnen und Leser erwarten, dass eine Bibliothek mit vielen Neuerscheinungen aufwarten kann.

Weniger Personal führt zu kürzeren Öffnungszeiten. Kürzere Öffnungszeiten sind für Arbeitnehmer unattraktiv. Gerade in den Stadtteilbibliotheken, in denen es nur noch ein bis zwei Öffnungstage in der Woche gibt führt das dazu, dass niemand mehr spontan in der Bibliothek vorbeischaut. Ausserdem können wir die Leistung der Bibliotheken nicht hoch genug einschätzen, wenn es um Leseförderung und frühkindliche Bildung geht. Es braucht Personal, wenn jedes Jahr Kitas und Grundschulen angesprochen werden sollen, damit Kinder die Bibliothek kennenlernen.
Wer als Kind kein Spaß am Lesen findet, beginnt damit nicht als Erwachsener.

Unsere Bibliothek geht mit der Zeit. Um den Lesern den freien Zugang zu E-learning-Angeboten zu ermöglichen brauchen wir jedoch zusätzliche Ressorucen. Außerdem haben wir eine immens steigende Nachfrage an E-Medien – Beispielsweise wurden 2013 50% mehr Ebooks ausgeliehen als 2012.
Aktuelle E-Books im Ankauf genau so teuer bzw. teurer als Printmedien. Ein höherer Medienetat ist auch hierfür sinnvoll einsetzbar.

Die SBC ist die am stärksten genutzte Kultureinrichtung der Stadt. Die Petition haben über 14.000 Menschen unterschrieben. Daher sehen wir es als einen Auftrag der Chemnitzerinnen und Chemnitzer, unsere Bibliothek zu erhalten und zu fördern. Deshalb stehen wir als Fraktion hinter der Petition.

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