trans rights are human rights

Der 31. März ist der Tag der trans-Sichtbarkeit. Wir haben deshalb mit Menschen  gesprochen, die sich dem Spektrum zuordnen. Ihre Perspektiven wollen wir heute sichtbar machen.

„Heute ist einer von diesen Tagen, an denen mir klar wird, dass ich in dieser Gesellschaft eigentlich nicht existiere. Ich bin nicht binär und manchmal kriege ich dieses Gefühl nicht dazu zu gehören, falsch zu sein und dann fühle ich mich mega unwohl. Alles was die Gesellschaft tut, alles, was sie macht, führt mir immer wieder vor Augen, dass ich nicht eingeplant bin, und das macht mich traurig. Ich habe mich letztens mit anderen Menschen meines Alters getroffen, die ich lange nicht mehr gesehen habe, und ich musste ihnen die ganze LGBTQ+ Community erklären, weil sie sich einfach nicht mit dem Thema auskannten, obwohl ich sie gar nicht so eingeschätzt hätte. Da ist mir klar geworden, dass ich in einer Bubble lebe, in der alles akzeptiert wird, dass die Realität aber anders aussieht.

Ich wünsche mir mehr Verständnis für trans Personen und das kann nur geschehen, wenn in Schulen und in der Öffentlichkeit über trans Personen aufgeklärt wird.“

Trans* Personen begegnen im Alltag immer noch viele Probleme, durch gesetzliche Reglungen, aber auch durch gesellschaftliche Vorurteile und durch erzeugte Unsichtbarkeit.

„Ich wünsche mir, dass alles nicht mehr so binär gedacht wird – von Toiletten über Kleidung bis zu einfach den Schubladen der Menschen.“ (Nao)

Die Änderung des Namens und Geschlechtseintrags ist dabei ein gesetzliches Problem, dass durch das von der Ampel im Koalitionsvertrag vereinbarte Selbstbestimmungsgesetzt abgeschafft werden soll. Momentan ist für die Änderung ein langes, teures und  z. T. grundrechtswidrigen Gerichtsverfahren nötig. Fremde urteilen dabei über das Geschlecht von trans* Personen. In Zukunft soll eine Änderung einfach beim Standesamt möglich sein.

Wichtig ist zudem, trans* und nicht-binäre Personen sichtbar zu machen. Momentan kommen sie z.B. in Bildungsmaterialien in Schulen nicht vor. Dabei sind Vorbilder wichtig, egal ob in Serien, Filmen oder eben im realen Leben. Deshalb freuen wir uns besonders über den Einzug der Grünen Politikerinnen Tessa Ganserer und Nyke Slawik in den Bundestag. Sie sind die ersten trans* Personen im Deutschen Bundestag.

„Ich bin nicht geoutet und traue mich auch nicht, mich zu outen. Viele Leute können mit dem Begriff gar nichts anfangen und ich hab Angst vor unangenehmen Diskussionen. Wären nicht-binäre Personen sichtbarer, würde ich mich sicherer fühlen und könnte mich outen. Ich wünsche mir außerdem, dass Neopronomen alltäglicher werden. Ich verstehe die Unsicherheit, ich weiß auch nicht immer, wie die gebeugt werden. Aber irgendwer muss ja auch anfangen.“

Es braucht einen fairen gesetzlichen Rahmen, der es trans* und nicht-binären Personen ermöglicht, ihren Personenstand sowie die Namen zu ändern. Parallel müssen wir ihre Geschichten zugänglich und sichtbar machen.

„Aus meiner Sicht ist es großartig, stark und mutig, dass mein Kind herausgefunden hat, wer es ist. Extrem wichtig ist, dass Schulen trans und nicht binären Jugendlichen besser begegnen: Kommunikativ, pädagogisch und auch ganz praktisch z. B. was Toiletten und Umkleiden bei Sport- und Schwimmunterricht angeht.“ (Mutter einer nicht-binären Jugendlichen)

Einige Tipps zum Thema:

🌻 Trans* ist ein Überbegriff für Menschen, deren bei der Geburt zugewiesenes Geschlecht nicht dem eigenen Erleben übereinstimmt.

🌻 Nicht- binäre Menschen, sind Menschen, die die Geschlechter Frau oder Mann für sich ablehnen.

🌻 Das es biologisch nur zwei Geschlechter gibt, ist ein Vorurteil. Wie sich Geschlecht genau entwickelt, ist nach aktuellem Forschungsstand noch ungeklärt. Wissenschaftlich ist der Fakt, dass es sich beim Geschlecht um ein Spektrum handelt, anerkannt.

🌻 Grammatikalisch ist trans* ein Adjektiv, das eine Person beschreibt.

🌻  Der Begriff „Transsexualität“ ist nicht korrekt, da es nicht um Sexualität, sondern ein Geschlecht handelt.

🌻 Personen, die nicht binär sind, können sich mit trans* Identifizieren oder auch nicht.

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