Der Stadthallenpark mit einem Schild davor "Öffentliche Grünanlage"

Parksommer-Absperrung und Finanzierung

GRÜNE werben für freundlichere Lösung und mehr freiwillige solidarische
Spenden

Die C³Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH hat aus Gründen der Übersichtlichkeit und Sicherheit das Gelände beim diesjährigen Parksommer mit dem sogenannten „Mannheimer Gitter“ eingezäunt. Zudem bittet das städtische Unternehmen die Gäste um eine feste Mindestspende von 5 Euro. In der Fraktionsgemeinschaft BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN möchte man, auch im Hinblick auf die erneut gestiegenen Gästezahlen, beides auf den Prüfstand stellen.

Anna Lanfermann, Co-Sprecherin für Kultur und Wahlkreis-Vertreterin für das Zentrum in der Stadtratsfraktionsgemeinschaft BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, wirbt für eine freundlichere Lösung bei der Absperrung: „Es gibt schönere Mittel, wie beispielsweise mobile Hochbeete aus warmem Holz in mehreren Metern Abstand, die bei geschlossenen Veranstaltungen durch Ketten verbunden werden könnten. Solche Lösung müssen nicht teuer sein und erreichen die gewünschte Absperrwirkung auf freundliche Weise.“

Anna Lanfermann beschreibt kritische Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit: „Die Mannheimer Gitter wirken abschreckend. Manche sprechen sogar von einem Käfig. Zum Zweck der Einhaltung der Corona-Beschränkungen waren diese vielleicht noch nachvollziehbar. Jetzt schaffen die Metallgitter eher ein Sinnbild für ein von der Stadtgesellschaft abgeschottetes Kulturgeschehen. Gerade Einmietungen, die gern mit den Besucherinnen und Besuchern der Innenstadt interagiert hätten, wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Das macht keinen guten Eindruck von der Kulturhauptstadt.“

„Personen, die zum Beispiel unter Alkoholeinfluss die Veranstaltungen stören könnten, müssen aktiv angesprochen werden und beispielsweise mit mobiler Suchtprävention in Kontakt kommen. Auch beim Sicherheitspersonal könnten im Rahmen eines Awarenesskonzeptes Ansprechpersonen vorgehalten werden. Durch die Zäune werden lediglich Personengruppen verdrängt, die den Park nutzen wollen. Tagsüber ist die Wiese, die früher gut genutzt wurde, leer. Wirklich geholfen ist damit Niemandem.“ gibt Anna Lanfermann zu bedenken.

Laut Aussage der C3 sind für die geplanten 73 Veranstaltungen an 28 Festivaltagen 25.000 € zusätzliche Mittel erforderlich. Anna Lanfermann begrüßt die Einwerbung von Spenden, sieht aber noch Potential bei der Kommunikation: „Das Modell Soli-Beitrag statt Eintritt ist toll. Am Eingang hängt jedoch ein Banner, auf dem groß „5 €“ zu lesen ist. Erst im Fließtext wird auf Deutsch erklärt, dass der Eintritt frei ist. Das ist nicht für alle verständlich und so wirken die 5 € wie ein Preis. Chemnitz ist international und für 2025 erwarten wir noch mehr Gäste – das müssen wir schon heute bei der Kommunikation bedenken. Der Parksommer sollte alle einladen – auch die, die sich Kultur nur selten leisten können. Das macht für mich den Parksommer aus.“

Pressemitteilung vom 24.07.2023

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